Behandlung von Gefäßmissbildungen

Arteriovenöse Malformationen (AVM)

Eine arterio-venöse Malformation (AVM oder Angiom) ist eine angeborene Gefäßmissbildung und funktioniert wie ein Kurzschluss zwischen einer Hirnarterie (Schlagader) und einer Hirnvene (Ader). Der Blutdurchfluss im AVM ist erhöht und die Gefäßwände des AVM sind dünner, womit die Gefahr einer Hirnblutung besteht. Das Blutungsrisiko für Patienten mit einem AVM ist ungefähr 4% pro Jahr. Auch ohne Blutungen können Symptome auftreten, wie z.B. Epilepsie. Um (weitere) Blutungen zu verhindern wird das AVM chirurgisch entfernt oder mit Hilfe eines Katheters verklebt oder verstopft (Embolisation). Wenn dies nicht komplett gelingt oder wenn das Behandlungsrisiko für solch einen Eingriff zu hoch ist, besteht die Möglichkeit das AVM im Gamma Knife zu bestrahlen. Auch Kombinationen der drei Verfahren sind möglich.

Wenn nach einer Operation das AVM komplett beseitigt oder nach einer Embolisation total verstopft ist besteht kein Blutungsrisiko mehr. Nach einer radiochirurgischen Behandlung kann es bis zu 4 Jahren dauern bis das AVM komplett verschlossen ist. Während dieser Zeit besteht das Restrisiko einer Hirnblutung. Die Wahrscheinlichkeit einer kompletten Obliteration (Verschluss des AVM) nach Gamma Knife Therapie ist nach 2 Jahren ungefähr 70 %, nach 3 Jahren 80 %. Auch im vierten Jahr ist es möglich dass sich das AVM noch verschließt.

Das Risiko der Nebenwirkungen ist ungefähr 2-3 % und ist abhängig von der Bestrahlungsdosis, dem Gesamtbestrahlungsvolumen und der Lokalisation des AVM.